Basel, Schweiz wurde im Januar 2023 zur ersten europäischen Stadt, die einen regulierten Pilot-Versuch für den Cannabishandel für Erwachsene startete. Das Projekt namens Weed Care ermöglicht registrierten Teilnehmern, labortestiertes und qualitätskontrolliertes Cannabis von autorisierten Apotheken statt vom illegalen Markt zu kaufen. Nach mehr als drei Jahren Betrieb berichten Behörden von überwiegend positiven Ergebnissen.
Der Pilot-Versuch ist eine Zusammenarbeit zwischen dem Gesundheitsdepartement des Kantons Basel-Stadt, der University of Basel, den Universitären Psychiatrischen Kliniken Basel (UPK) und den Psychiatrischen Diensten Aargau. Etwa 300 Teilnehmer sind weiterhin aktiv in der Studie, die als zweiarmige, parallele, offene, randomisierte kontrollierte Studie strukturiert ist, die erste ihrer Art weltweit.
Produkte, die über das Programm verkauft werden, müssen strenge Qualitätsstandards erfüllen. Alle Cannabis-Produkte sind frei von Pestiziden, Verunreinigungen und synthetischen Cannabinoiden, mit klar deklarierten Gehalten aktiver Inhaltsstoffe auf der Verpackung. Ziel ist es, festzustellen, ob regulierter Zugang durch Apotheken bessere Gesundheitsergebnisse erzielt als die derzeitige Situation illegaler Beschaffung.
Konsum nahm nicht zu
Eine der bedeutendsten Erkenntnisse ist, dass der Cannabiskonsum unter den Teilnehmern nicht anstieg. Dies widerspricht direkt einem zentralen Argument von Gegnern der Cannabisreform in ganz Europa, die behaupten, dass legaler Zugang unweigerlich zu höheren Konsumquoten führt.
Das Gesundheitsdepartement des Kantons Basel-Stadt berichtete, dass die Einführung von nicht-gerauchten Cannabisprodukten im letzten Herbst, einschließlich Vaporizer und Öle, erfolgreich war. Diese alternativen Konsummethoden machen nun fast ein Fünftel der gesamten Nutzung im Programm aus, doch der Gesamtkonsum ist stabil geblieben. Die Verlagerung weg vom Rauchen stellt eine sinnvolle Reduktion von Gesundheitsrisiken dar.
Das Rauchen von Joints mit Tabak-Mischung, das lange Zeit die dominanteste Cannabiskonsummethode in Europa war, nahm unter den Teilnehmern erheblich ab. Dies ist ein besonders wichtiges Ergebnis angesichts der Tatsache, dass die Gesundheitsrisiken des Cannabiskonsums eng mit der Inhalation von Verbrennungsnebenprodukten und Tabak verbunden sind.
Psychische Gesundheit verbesserte sich
Im Mai 2025 veröffentlichte ein interdisziplinäres Forscherteam die ersten wissenschaftlichen Erkenntnisse aus dem Weed Care Versuch in der peer-reviewed Zeitschrift Addiction. Die Studie untersuchte die Auswirkungen des regulierten Cannabiszugangs im Vergleich zum illegalen Markt auf den Cannabiskonsum und damit verbundene psychische Gesundheitsergebnisse nach sechs Monaten.
Forscher verwendeten den Cannabis Use Disorders Identification Test (Revised) zur Messung der Schwere des Cannabismissbrauchs, zusammen mit Bewertungen depressiver, Angst- und psychotischer Symptome, Konsummengen, Alkoholkonsum und Drogenkonsum. Die Ergebnisse zeigten, dass regulierter Zugang möglicherweise den Cannabiskonsum und cannabisbezogene Schäden verringert, besonders unter denjenigen, die auch andere Substanzen konsumieren.
Die University of Basel berichtete, dass die Studie Befürchtungen entkräften konnte, dass Legalisierung psychopathologische Symptome im Zusammenhang mit Cannabiskonsum verschlimmern könnte. Nach den ersten sechs Monaten gab es keinen Unterschied zwischen der regulierten Zugangsgruppe und der Kontrollgruppe in Bezug auf Depression, Angst oder andere Symptome. Eine Zwischenbewertung nach zwei Jahren zeigte eine signifikante Verbesserung der psychischen Gesundheit unter aktiven Teilnehmern.
Ein Meilenstein für evidenzgestützte Politik
Die Bedeutung der Weed Care Studie geht weit über die Schweiz hinaus. Als Europas erste randomisierte kontrollierte Studie zu reguliertem Cannabisverkauf bietet sie ein wissenschaftliches Rigorosum, das Politikdebatten historisch gefehlt hat. Frühere Evaluationen der Cannabislegalisierung stützten sich auf Beobachtungsdaten aus Jurisdiktionen wie Kanada, Uruguay und US-Bundesstaaten, die nützlich sind, aber nicht für Störvariablen kontrollieren können, wie es eine randomisierte Studie kann.
Die Ergebnisse kommen zu einem kritischen Zeitpunkt für die europäische Cannabispolitik. Die Niederlande evaluieren, ob sie sein wietexperiment ausweiten sollen, das derzeit in 10 Gemeinden operiert. Deutschland verfeinert seinen Rahmen für Erwachsenennutzung nach der Legalisierung von Cannabisclubs und Eigenanbau im Jahr 2024. Tschechien legalisierte Eigenanbau im Januar 2026 und entwickelt einen kommerziellen Markt. In all diesen Ländern argumentieren Gegner weiterhin, dass regulierter Zugang den Konsum erhöhen und die psychische Gesundheit schädigen wird.
Basels Daten deuten auf das Gegenteil hin. Drei Jahre Evidenz aus einer rigorosen kontrollierten Studie zeigen, dass regulierter, qualitätskontrollierter Zugang durch Apotheken Gesundheitsrisiken reduziert, ohne den Konsum zu erhöhen. Für Politikmacher, die die nächsten Schritte bei der Cannabisreform abwägen, könnte die Weed Care Studie die stärkste bisherige Evidenz sein, dass Regulierung funktioniert.
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